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Die aktuelle CD "Trio" (2021)

Oliver Mewes (drums)
Olaf Polziehn (piano)
Jos Machtel (bass)

 

Seit 30 Jahren zählt der Schlagzeuger Oliver Mewes zu den gesuchten Spezialisten für authentischen Jazz der Dreißiger- und Vierzigerjahre. So kennt man ihn als Rhythmus-Motor von Engelbert Wrobels Swing Society oder dem International Hot Jazz Quartet. Am bekanntesten freilich dürfte er als Mitglied der Echoes of Swing sein, dem einzigartigen Early-Jazz-Quartett, das ihm auch den Weg zur Zusammenarbeit mit zahlreichen US-Stars ebnete. Doch nach über 20 Jahren war es Zeit für neue Herausforderungen. Und höchste Zeit für das erste eigene Album unter dem schlichten Titel: „Oliver Mewes Trio“.  

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Natürlich bleibt Mewes seiner Liebe zum klassischen Jazz treu, doch die Herangehensweise ist diesmal ganz anders: „Bei Echoes of Swing waren unsere Programme und Alben stets sehr konzeptionell, ausgetüftelt und arrangiert. Hier wollte ich einfach Musik machen, ohne mit vielen Noten unterm Arm ins Studio zu kommen,“ erklärt Mewes. „Es geht um eine entspannte Momentaufnahme dieses Trios, ganz unverkopft, sehr melodisch und mit viel Platz für die Musik. Deshalb ist fast nichts arrangiert, das Meiste hat sich beim Spielen ergeben.“

Damit das funktioniert, braucht man die passenden Begleiter, und die hat Oliver Mewes hier definitiv gefunden. Zum einen steht ihm einer seiner ältesten Weggefährten zur Seite, der Pianist Olaf Polziehn, in dessen Trio Mewes schon Anfang der Neunzigerjahre spielte. „Wir haben diese Art von Jazz immer sehr ähnlich empfunden,“ sagt Mewes, „sein Klangempfinden ist fantastisch, sein Phrasing und seine Voicings große Kunst, ebenso wie seine Fähigkeit die swingenden medium Tempi mit einem weiten Groove zu überziehen.“ Qualitäten, die der Professor in Graz inzwischen mit vielen internationalen Stars wie Bob Mintzer, Till Brönner, Ack van Rooyen, Bert Joris, Scott Hamilton oder Rolf Kühn unter Beweis gestellt hat.

Und dann ist da der niederländische Bassist Jos Machtel, auf den Oliver Mewes in jüngerer Zeit gestoßen ist. Der langjährige Bassist des Brussels Jazz Orchestra mit Karrierestationen in Madrid und Kansas City zeigt in den unterschiedlichsten Bands seinen großen natürlichen Sound. „Für mich war er bei diesem Projekt auch wegen seines Instinkts, die richtigen Entscheidungen zu treffen, der perfekte Bassist“, sagt Mewes. 

Die perfekte Besetzung für das Repertoire, mit dem sich Mewes ein paar lang gehegte Träume erfüllte. „Ich wollte unter anderem ein wirklich altes Jazzstück aufnehmen und modernisieren.“ Gleich der Opener erledigt das: „I Never Knew“ aus dem Jahr von 1925 klingt hier frisch und ganz im Modern-Jazz-Gewand. Unbedingt dabei sein musste auch etwas von Vince Guaraldi, „einem meiner All-Time-Favorites, dessen Musik ich von klein auf gehört habe“, wie Mewes gesteht. Und so darf man hier gleich zwei Stücke aus den Soundtracks zu den „Peanuts“-Zeichentrickfilmen genießen, die den so früh verstorbenen Pianisten berühmt gemacht haben und erleben, wie das Trio den einzigartigen „Guaraldi-Sound“ auf seine Art wieder zum Leben erweckt. Filmmusik ist auch Johnny Mandels selten gespielte Ballade „A Time For Love“ aus dem Jahr 1966, die hier zu einem für grandiose Improvisationsteile offenen Jazz-Waltz wird. 

Gleichermaßen inspiriert und lässig geht es von Great-American-Songbook-Standards wie Jerome Kerns „All The Things You Are“ über den hinreißend melancholisch dahinrollenden Latin-Klassiker „Caminhos Cruzados“ von Antonio Carlos Jobim und Modernem wie dem flinken „One Last Pitch“ von Harry Connick jr. bis zur ausklingenden, Oscar-gekrönten Titelmelodie aus „Il Postino“, einem Lieblingsfilm von Oliver Mewes. Einen „Blues For Seagull“ darf zuvor Polziehn beisteuern und sich dabei fulminant in der Tradition der großen Jazzpianisten von Erroll Garner bis Oscar Peterson zeigen.

„Eine so natürliche Aufnahme, bei der alles einfach passiert, habe ich noch nicht gemacht,“ berichtet Oliver Mewes. Wie perfekt er, Polziehn und Machtel harmonieren, beweist hier jedes einzelne Stück: Bis ins letzte Detail geschmackvoll und kreativ, dabei respektvoll und auf dem ultimativen technischen Stand, „sophisticated“ also, wie die Amerikaner sagen, wird hier klassischer Jazz zelebriert. Ein lange überfälliges Debüt.

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